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Fondsbeteiligungen

Fondsbeteiligungen
Fondsbeteiligungen

 

 

Milliarden von Euro sind von Anlegern in fragwürdige Unternehmensbeteiligungen investiert worden. Diese Anleger waren keine Zocker. Ihnen wurde versprochen, das Geld sei sicher angelegt. Sie haben oft bestehende Lebensversicherungen aufgekündigt, um dieses Geld in die vermeintlich ebenso sicheren, aber viel renditestärkeren Fondsprodukte angelegt. Diesen Anlegern wurde verschwiegen, dass sie ihr Geld in eine risikobehaftete Unternehmensbeteiligung gesteckt haben. Es droht das Risiko des Totalverlustes.

 

 

Wie kann der Anleger sein Geld zurück erhalten? Was sind geschlossene Fonds?
Geschlossene Fonds sind unternehmerische Beteiligungen. Sie haben ein rechtliches Gewand. Meist tritt der Anleger einem solchen geschlossenen Fonds als Kommanditist bei. Die Zeichnungssumme ist das Haftkapital, mit dem der Anleger zur Zahlung verpflichtet und mit diesem Anteil haftet er auch persönlich mit seinem gesamten Vermögen. Das ist den wenigsten Anlegern bewusst. Diese Produkte werden oft vermarktet als Ratensparpläne, nämlich dann, wenn man neben einer Einmalzahlung auch seinen gezeichneten Haftungsanteil in Raten bezahlen kann. In manchen Fällen nimmt der Anleger zur Bezahlung seines Anteils sogar einen Kredit auf.
Neben der Beteiligung an der Kommanditgesellschaft als Kommanditist werden oft auch stille Beteiligungen oder Genussrechte oder auch Inhaberschuldverschreibungen angeboten.

Welche Kontrollrechte haben die Anleger?
Welche Kontrollrechte die Anleger bei Fondsbeteiligungen haben, hängt nicht nur von der Rechtsform des Fonds ab, sondern auch von den gesellschaftsvertraglichen Regelungen. Es ist freilich das Interesse des Fondsinitiators, die Rechte der Anleger weit möglichst zurückzustutzen. Aber ohnehin nehmen die Gesellschafter ihre ihnen zustehenden Rechte nicht ausreichend wahr.
Das gilt gerade dann, wenn sie die Beteiligung in dem Bewusstsein gezeichnet haben, es handele sich ja „nur“ um einen Ratensparplan, der - wie die Prämie bei der Lebensversicherung - monatlich angespart wird. Die wenigsten Anleger sind sich wirklich bewusst, dass sie Gesellschafter geworden sind und auch entsprechende Rechte haben.

Anleger fühlen sich machtlos
Aber selbst wenn sie sich dessen bewusst sind, fühlen sich viele Anleger machtlos. Sie glauben als Einzelkämpfer nichts tun zu können. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, die Interessen der Anleger zu bündeln und mit ihnen die Rechte als Gesellschafter voll auszuschöpfen.
Oft ist sogar noch zwischen den Anlegern und der Fondsgesellschaft ein Treuhänder eingesetzt. Der Treuhänder steht jedoch regelmäßig im Lager der Initiatoren, der nur formell die Interessen der Anleger zu schützen hat.

Ausschüttungen sind kein Gewinn
Zumindest in den Anfangsjahren bekommt der Anleger oft auch Ausschüttungen. Das vermittelt dem Anleger das Gefühl, dass seine Entscheidung richtig war und dass alles so läuft, wie man es ihm versprochen hat. Der arglose Anleger verwechselt diese Ausschüttungen mit Gewinnen. Weit gefehlt. In der Sprache der Fonds bedeutet „Ausschüttung“ nur, dass man Geld erhält. Aber nicht aus Gewinnen, sondern oft aus einer Liquiditätsrücklage, die im Gesamtkonzept mit eingebaut ist. Der Anleger bekommt dann nur sein selber eingezahltes Geld in Scheibchen zurückgezahlt. Ausschüttungen zu erhalten, bedeutet also nicht, dass der Fonds gut läuft!

Welche Fondsbeteiligungen gibt es?

Welche Fondsbeteiligungen gibt es?
Für alle Wirtschafts- und Marktsegmente gibt es Fondsbeteiligungen. Die Frage wäre anders herum einfacher zu beantworten – Wo gibt es keine Fondsbeteiligungen?Hier seien nur die wichtigsten genannt: Das sind die Immobilienfonds, die Schiffsfonds, die Windkraftfonds, die Venture Capital Fonds, die Lebensversicherungsfonds, die Medienfonds, die Infrastrukturfonds und viele mehr. Anleger haben nur indirekte Beteiligungen.

Nur indirekte Beteiligung

Meist beteiligt sich der Anleger auch nicht direkt an dem Objekt, was ihm als sichere Anlage suggeriert wird. Wer sich an einem Immobilienfonds beteiligt, wird regelmäßig nur an einer Fondsgesellschaft beteiligt, die sich ihrerseits wieder an einer oder mehreren anderen Gesellschaften beteiligt, in der dann tatsächlich die Immobilie oder das Schiff oder eben die Ölbohrlöcher vorhanden sind.

Wer sich an einem Venture Capital Fonds beteiligt, beteiligt sich an einer Gesellschaft, die ihrerseits Anteile an irgendwelchen Start-up-Unternehmen oder die Kredite in derartige Unternehmen investieren. Ob diese Produkte letztlich zur Marktreife entwickelt werden können und ob diese Produkte irgendwann die in sie investierten Gelder amortisieren, ist höchst fragwürdig. Oft gilt der Grundsatz: Wer wagt, verliert. Gerade diese Fonds sind für sicherheitsorientierte Anleger völlig ungeeignet.

Woran ist der Anleger dann tatsächlich beteiligt?
Bei diesen sogenannten Sachwertfonds, also den Immobilienfonds und Schiffsfonds,
erwirbt der Anleger also keine Sachwerte, sondern nur einen Anteil an einer Gesellschaft, die wiederum Anteile an einer anderen Gesellschaft hat. Vielfach sind diese Fonds so verschachtelt, dass der Anleger gar keinen Überblick hat, an welchen Unternehmungen seine Gesellschaft letztlich beteiligt ist.

Wie lange läuft ein Fonds?
Die Laufzeiten sind höchst unterschiedlich in den Gesellschaftsverträgen geregelt. Kommanditbeteiligungen laufen oft über 10, 20 oder sogar 30 Jahre. Gleiches gilt für stille Beteiligungen. Lange Laufzeiten sind gut für die Fondsanbieter. Über die lange Zeit kann dem Fondsinitiator dann niemand in die Karten schauen.

Totalverlustrisiko bei Fondsbeteiligungen
Die Anleger beteiligen sich an einem Fonds und das ist eben eine unternehmerische Beteiligung.
So ist allen Fonds gemein, dass den Anlegern das Risiko des Totalverlustes droht. Das ist eine reale Gefahr. Bei manchen Fondsgesellschaften hat man sogar das Gefühl, dass es eher ein Glücksfall ist, wenn sich das Risiko nicht verwirklicht. Dass ein Anleger sein eingezahltes Geld zurückerhält, dürfte die Ausnahme sein.

Anlagebetrug nicht ausgeschlossen
Vielfach ist nämlich die Beteiligung gleich auf Betrug angelegt. Die Initiatoren haben nie die
Absicht, den Anlegern ihr Geld zurück zu zahlen. Das Geld der Anleger versickert in fragwürdigen Unternehmungen, die aber alle wieder der Initiatorenseite zugerechnet werden können.

Vermittlung durch externe Vertriebe

Zum Verkauf derartiger Fondsbeteiligungen werden regelmäßig externe Vertriebe eingesetzt. Aber viele Fonds werden auch über Banken vermittelt. Das ist gut für den Anleger, haben sie jedoch in den Banken einen finanziell potenten Haftungsgegner.

Kann der Anleger was dagegen tun?
Theoretisch liegt letztlich alle Macht bei den Anlegern. Die Anleger könnten also überwachen, dass ihr Geld nicht über Tricks und Umwege legal in den Taschen der Initiatoren landet. Aber dafür ist es notwendig, dass sie ihre Interessen bündeln.

Kann der Anleger seine Beteiligung kündigen?
Die Kündigung ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Die Laufzeit des Fonds ist festgelegt und auch die Möglichkeiten der Kündigung. Aber es gibt auch ein außerordentliches Kündigungsrecht, das nicht ausgeschlossen werden kann. Oft ist auch die Widerrufsbelehrung falsch, so dass der Vertrag widerrufen werden kann.

Anleger bekommen Abfindungsguthaben
Im Falle des Ausscheidens aus einer Gesellschaft bekommen die Anleger nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes nur das sogenannte Abfindungsguthaben. Es ist der Wert der Beteiligung. Regelmäßig macht diese nur einen Bruchteil des eingezahlten Geldes aus. Oft ergibt die Abrechnung sogar ein Negativsaldo.

Vorteil für Ratenzahler
Ratenzahler haben allerdings dann die Möglichkeit, ihre Zahlung zu stoppen und ihre Verluste auf diese Art und Weise zu begrenzen.

Schadensersatzanspruch gegenüber Vertrieb

Den vollständigen Schaden können die Anleger also nicht gegenüber dem Fonds, sondern gegenüber dem Vertrieb geltend machen, also auch dann, wenn eine Bank die Vermittlung übernommen hat. Die Anleger werden dann so gestellt, als hätten sie diese Beteiligung nicht gezeichnet. Denkbar sind noch Ansprüche gegen Treuhänder und andere Beteiligte, insbesondere gegen die sogenannten
Prospektverantwortlichen.

Welche rechtlichen Voraussetzungen sind nötig?
Nach der langjährigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes muss ein Anlageberater wahrheitsgemäß und vollständig über die Risiken der Beteiligung an einem Fonds aufklären. Er muss anleger- und anlagegerecht beraten. Lässt sich die Falschberatung nachweisen, besteht ein Anspruch auf Schadensersatz.

Was können Anleger tun, wenn es keine klassische Vermittlung gegeben hat?
Viele Anleger haben ihre Beteiligung über das Internet selber ausfindig gemacht. Es hat keine Beratung stattgefunden.

Folglich gibt es auch keine Schadensersatzansprüche. Hier müssen Anleger den beschwerlichen Weg gehen, um letztlich an ihr Geld heranzukommen. Wenn sie erfahren wollen, wo ihr Geld geblieben ist und ob und wie sie es wiederbekommen können, müssen sie ihre Interessen bündeln. Zusammen haben sie die Macht.

   
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